Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat den Kurs des amtierenden Parteichefs Markus Söder in der Bundespolitik ungewöhnlich scharf kritisiert. Söder solle „endlich lernen, konstruktiv im Team Merz zu spielen, statt von der Seitenlinie falsche Einwürfe zu fabrizieren“, sagte Huber dem Spiegel zufolge. Er warf seinem Nachfolger „fehlenden Mannschaftsgeist“ vor und warnte vor einer Doppelstrategie der Christsozialen in Berlin.
Auslöser der Kritik sind öffentliche Vorstöße Söders, der zuletzt mehr Tempo bei Reformen gefordert hatte, unter anderem in einem Interview mit dem Magazin Stern. Gleichzeitig dringt der bayerische Ministerpräsident auf steuerliche Entlastungen für Unternehmen, Erben und Spitzenverdiener – Forderungen, die im Widerspruch zu Vorschlägen aus der SPD stehen. Huber bemängelt, Söder setze als Koalitionspartner in Berlin „knappe Fristen, verbunden mit einem Nein zu vielen Reformschritten“ und verlange trotz hoher Verschuldung „saftige Mehrausgaben“ sowie eine „unrealistische Steuerpolitik, die weder konzeptionell durchdacht noch durchgerechnet ist“.
Der 79-Jährige, der die CSU 2007 und 2008 führte, sieht in Söders Auftreten den Versuch, zugleich Regierungs- und Oppositionsrolle einzunehmen. Sollte dem Parteichef „eine Doppelstrategie vorschweben – ein Standbein in der Koalition und ein Spielbein in der Opposition“, dann sei das „in Zeiten multipler Krisen“ nicht akzeptabel, sagte Huber. Die politische Lage sei zu ernst und der Vertrauensverlust der Koalition zu groß „für politische Extratouren“.
Huber stellt zudem die inhaltliche Aufstellung der CSU infrage. Er monierte fehlende durchgerechnete Konzepte der Partei, etwa bei Steuern, Rente und Gesundheit, und kritisierte einen aus seiner Sicht widersprüchlichen Kurs zwischen München und Berlin. In Bayern spare Söder „für den ausgeglichenen Haushalt zulasten von Familien, Pflege, Besoldung“ und nehme dafür Unmut in Kauf, während er in Berlin zugleich zusätzliche Ausgaben und steuerliche Entlastungen einfordere. Die CSU-Spitze hat sich zu den Vorwürfen Hubers in den vorliegenden Berichten nicht geäußert.

Secunet Security Networks AG stellt ihre Dividendenpolitik neu auf und rückt die Finanzierung künftigen Wachstums stärker in den Mittelpunkt. Der IT-Sicherheitsanbieter aus Essen will die jährlichen Ausschüttungsvorschläge von Vorstand und Aufsichtsrat an die Hauptversammlung künftig direkt am Konzernergebnis nach Steuern ausrichten. Gleichzeitig wird die Ausschüttungsquote variabel gestaltet und soll abhängig vom jeweiligen Finanzierungsbedarf innerhalb einer Bandbreite von 30 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses liegen.
Die Neuausrichtung soll erstmals auf den Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2025 angewendet werden. Für die kommende Hauptversammlung plant Secunet eine Dividende von 2,58 Euro je Aktie. Nach Unternehmensangaben entspricht dies rund 50 Prozent des Konzernergebnisses 2025 nach Steuern und damit dem oberen Ende der neu definierten Ausschüttungsbandbreite. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Dividende um 15 Cent niedriger aus.
Nach Darstellung des Unternehmens soll die neue Dividendenpolitik dem Vorstand ermöglichen, zur Finanzierung des weiteren Unternehmenswachstums flexibler auf die Innenfinanzierungskraft des Konzerns zurückzugreifen. Die variable Ausschüttungsquote soll so ausgestaltet sein, dass sie sowohl künftige Investitions- und Finanzierungsbedarfe berücksichtigt als auch eine Beteiligung der Aktionäre am Unternehmenserfolg sicherstellt.
Der Vorstand von Secunet zeigt sich überzeugt, dass insbesondere die Flexibilisierung der Ausschüttungshöhe eine angemessene Aktionärsbeteiligung bei gleichzeitig solider Kapitalstruktur gewährleistet. Die Anpassung der Dividendenpolitik wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen und im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung nach Artikel 17 der EU-Marktmissbrauchsverordnung veröffentlicht.