Kostenvergleich städtische und private Kindergärten rückt in Wien in den Fokus

30.04.2026


Die Stadt Wien hat erstmals eine detaillierte Kostenrechnung für Kindergartenplätze vorgelegt und damit einen bislang fehlenden Blick auf die Ausgabenstruktur der öffentlichen Kinderbetreuung eröffnet. Demnach kostet ein Platz in einem städtischen Kindergarten im Jahr 2023 durchschnittlich 13.767 Euro pro Kind und Jahr. Private Träger erhalten für geförderte Plätze im selben Zeitraum hingegen 9.088 Euro pro Kind und Jahr an öffentlicher Förderung.

Verantwortlich für den deutlichen Unterschied sind nach Angaben der zuständigen Stadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) insbesondere die Aufwendungen für Integrations- und heilpädagogische Plätze. Dieser Bereich werde beinahe vollständig von der Stadt getragen. Städtische Einrichtungen decken einen Großteil dieser besonders betreuungsintensiven Angebote ab, was sich in höheren Gesamtaufwendungen niederschlägt.

Für die Auswertung wurden erstmals vorhandene Rohdaten systematisch aufbereitet. Emmerling betonte im Gemeinderat und in Gesprächen mit Medien, dass damit eine neue Transparenzstufe erreicht werde. Die nun vorliegende Methodik soll als Grundlage für die geplante Reform des Fördersystems dienen. Bisher existiert für die privaten Kindergärten lediglich die Information über die ausbezahlten Förderbeträge, die durch die Anzahl der geförderten Plätze geteilt wurden; eine vollständige Kostenrechnung der privaten Betreiber liegt der Stadt nicht vor.

Aus der Analyse der städtischen Einrichtungen geht hervor, dass rund 80 Prozent der Kosten eines Betreuungsplatzes auf Personal entfallen. Für die Jahre nach 2023 liegen noch keine finalen Zahlen vor, da etwa der Rechnungsabschluss 2025 noch aussteht. Emmerling wies zudem darauf hin, dass die öffentlichen Zuschüsse an private Träger nicht deren gesamten Betrieb abdecken. Diese Einrichtungen können in einem gewissen Umfang Elternbeiträge einheben, wodurch sich ihre Gesamtfinanzierung aus mehreren Quellen speist. Mit der neuen Datengrundlage will die Stadt Wien die Strukturen der Kindergartenförderung überprüfen und künftige Mittelverteilungen auf eine transparentere Basis stellen.

Scout24 zieht Aktien ein: Rückkaufprogramm wächst auf bis zu 500 Millionen Euro

30.04.2026


Scout24 erhöht das Tempo bei der Kapitalrückführung an die Aktionäre. Der Vorstand des DAX-Konzerns hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, die zweite Tranche des laufenden Aktienrückkaufprogramms bereits bis Ende 2026 zu starten. Im Rahmen dieser zweiten Runde sollen weitere eigene Aktien im Wert von bis zu 250 Millionen Euro über die Börse erworben werden. Zusammen mit der ersten Tranche über bis zu 100 Millionen Euro steigt das Rückkaufvolumen für das Jahr 2026 damit auf insgesamt bis zu 350 Millionen Euro.

Das gesamte Aktienrückkaufprogramm von Scout24 ist auf bis zu 500 Millionen Euro angelegt. Die zweite Tranche umfasst den Erwerb von bis zu 4,5 Millionen eigenen Aktien, ohne Erwerbsnebenkosten. Sie soll unmittelbar an die laufende erste Tranche anschließen, die auf einem Vorstandsbeschluss vom 3. Dezember 2025 basiert und am 2. Januar 2026 angekündigt wurde. Die rechtliche Grundlage bildet eine Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung 2025 sowie eine weitere, der Hauptversammlung am 17. Juni 2026 zur Beschlussfassung vorgeschlagene Ermächtigung.

Parallel zur Auflage der zweiten Tranche strafft Scout24 die laufende erste Rückkaufphase. Vor dem Hintergrund der nahezu vollständigen Ausschöpfung dieser ersten Runde wird der spätestmögliche Erwerbszeitpunkt auf den 29. Mai 2026 vorgezogen und die Gesamtzahl der im Rahmen dieser Tranche zurückzukaufenden Aktien auf bis zu 1.540.276 Stück begrenzt. Zwischen dem 5. Januar 2026 und dem 21. April 2026 hat das Unternehmen bereits 1.155.276 eigene Aktien im Volumen von rund 84,5 Millionen Euro erworben. Marktteilnehmer reagierten positiv auf die Ankündigung: Der Kurs der Scout24-Aktie legte im nachbörslichen Handel um rund fünf Prozent zu.

Mit den Rückkäufen verfolgt Scout24 das Ziel, die Zahl der ausstehenden Aktien zu verringern und damit den relativen Anteil der verbleibenden Aktionäre zu erhöhen. Die eingezogenen Aktien können den Gewinn je Aktie stützen und signalisieren gleichzeitig Vertrauen von Vorstand und Aufsichtsrat in die eigene Geschäftsentwicklung. Die Entscheidung, die zweite Tranche früher als ursprünglich erwartet zu starten, unterstreicht den Stellenwert von Aktienrückkäufen im Financial-Policy-Mix des Unternehmens und stärkt die Rolle von Kapitalrückführungen als wichtigem Bestandteil der Aktionärsvergütung.