Mecklenburg-Vorpommern bereitet Hubschraubereinsatz gegen Eichenprozessionsspinner vor

07.04.2026


Im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns soll der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr erneut aus der Luft bekämpft werden. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim kündigte an, entlang ausgewählter Straßenabschnitte per Hubschrauber ein spezielles Biozid auszubringen. Die Planungen für den Einsatz seien weit fortgeschritten und sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. Je nach Wetterlage ist der Flugtermin für Mitte bis Ende Mai vorgesehen, nachdem ein vergleichbarer Einsatz zuletzt im Jahr 2023 stattgefunden hatte.

Hintergrund sind die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr, als sich die Raupen des Schmetterlings unerwartet stark ausbreiteten und die Behörden nach eigenen Angaben ein bislang in Mecklenburg-Vorpommern nicht dokumentiertes Befallsniveau registrierten. Besonders betroffen war erneut der Landkreis Ludwigslust-Parchim. Zu einer Bekämpfung aus der Luft kam es 2024 nicht mehr, weil die Raupen zu diesem Zeitpunkt bereits verpuppt waren und den Wirkstoff nicht mehr aufgenommen hätten.

Die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen gelten als potenziell gesundheitsgefährdend. Beim Menschen können sie stark juckende allergische Hautreaktionen, Entzündungen an den Augen und Reizungen der oberen Atemwege auslösen. Behörden warnen daher ausdrücklich davor, die Raupen oder ihre Nester zu berühren. Ein Kontakt mit den Härchen ist allerdings auch indirekt möglich, etwa durch Luftverwehungen, was den Handlungsdruck auf die Kommunen erhöht.

Die nun vorgesehenen Behandlungsabschnitte an Alleen, Straßen und Wegen werden auf Basis der Überwachung des vergangenen Jahres ausgewählt. Landkreis und Landesamt für Gesundheit und Soziales erfassen dafür jährlich an rund 150 Straßenabschnitten die Zahl der Nester in jeweils 20 Eichen; ergänzende Hinweise kommen von Straßenmeistereien und Gemeinden. Zusätzlich fließt ein, in welchem Ausmaß Anwohnerinnen und Anwohner voraussichtlich betroffen sein könnten. Für die Dauer der Flüge müssen die betroffenen Straßenabschnitte kurzfristig gesperrt werden. Nach Angaben des Landkreises soll dabei ein biologisches Biozid zum Einsatz kommen.

Thüringens öffentlicher Dienst vor Umbau: Weniger Personal, klarere Prioritäten

07.04.2026


Die Thüringer Landesregierung stellt sich auf einen deutlich kleineren öffentlichen Dienst in den kommenden Jahren ein. Auslöser sind der demografische Wandel, steigende Pensionslasten und der wachsende Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung. Langfristiges Ziel sei es, frei werdende Stellen nur noch entsprechend dem tatsächlichen Bedarf nachzubesetzen, sagte Staatskanzleichef Stefan Gruhner der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Realistisch sei dies jedoch wegen fehlender Fachkräfte häufig nicht möglich, was faktisch zu einem schrittweisen Stellenabbau führen werde.

Nach einer Prognose, auf die Gruhner verweist, könnte die Zahl der Bediensteten des Landes Thüringen bis zum Jahr 2035 um rund 14.500 zurückgehen. Ohne zusätzliche Maßnahmen zur Personalgewinnung würde der Personalbestand im Landesdienst damit von derzeit etwa 47.500 auf rund 33.000 Stellen sinken. Dieser Prozess soll nicht durch klassische Kürzungsprogramme, sondern im Wesentlichen über natürliche Fluktuation und auslaufende Beschäftigungsverhältnisse abgebildet werden.

Parallel dazu will die Landesregierung mit einem Stellenpool und klaren Prioritätensetzungen auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. Der Pool soll es ermöglichen, Ressourcen flexibler zu steuern und Fachkräfte in besonders belastete Bereiche zu lenken. Gleichzeitig signalisiert die Regierung, dass nicht jede frei werdende Stelle eins zu eins ersetzt wird, sondern Aufgabenkritik und Effizienzsteigerung stärker in den Vordergrund rücken.

Gruhner verbindet diesen Kurs ausdrücklich mit der erwarteten Bevölkerungsentwicklung. Wenn Thüringen weniger Einwohner habe, müsse auch der öffentliche Dienst kleiner werden, argumentiert er. Die Einführung von KI-Anwendungen in der Verwaltung gilt dabei als ein Instrument, um trotz sinkender Personalzahlen Leistungsfähigkeit und Servicequalität aufrechtzuerhalten. Der Umbau des Landesdienstes dürfte damit zu einem zentralen Thema der Haushalts- und Strukturpolitik in den kommenden Jahren werden.