
Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind 2024 und 2025 deutlich gestiegen und haben neue Höchststände erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts beliefen sich die Ausgaben im Jahr 2024 auf 538,2 Milliarden Euro. Für 2025 geht die Behörde auf Basis vorliegender und fortgeschriebener Daten von einem weiteren kräftigen Anstieg um 7,7 Prozent auf 579,5 Milliarden Euro aus. Damit nähert sich das deutsche Gesundheitswesen der Marke von 600 Milliarden Euro jährlich.
Im Jahr 2024 gaben Staat, Sozialversicherungen, Unternehmen und private Haushalte zusammen 6.444 Euro pro Einwohnerin und Einwohner für Gesundheit aus. Gegenüber 2023 entsprach das einem Plus von 37,9 Milliarden Euro oder 7,6 Prozent. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt stieg auf 12,4 Prozent, nach 11,8 Prozent im Vorjahr. Vor 30 Jahren lag dieser Anteil noch bei 9,5 Prozent. 1994 summierten sich die Gesundheitsausgaben auf 175,3 Milliarden Euro, umgerechnet 2.161 Euro pro Kopf – sie haben sich damit in drei Jahrzehnten mehr als verdreifacht.
Größter Ausgabenträger blieb 2024 die gesetzliche Krankenversicherung. Sie stand für 55,9 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben und kam auf 300,8 Milliarden Euro. Das waren 7,8 Prozent oder 21,7 Milliarden Euro mehr als 2023. Besonders dynamisch entwickelten sich die Kosten der sozialen Pflegeversicherung. Deren Ausgaben erhöhten sich um 11,3 Prozent beziehungsweise 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro. Ihr Anteil an den gesamten Gesundheitsausgaben lag bei 12,0 Prozent. Das Statistische Bundesamt führt den starken Zuwachs insbesondere auf weiter steigende Ausgaben für Pflegegeld und Pflegesachleistungen sowie Leistungszuschläge für vollstationäre Eigenanteile nach § 43c SGB XI zurück.
Die Zahlen verdeutlichen den anhaltenden Kostendruck im deutschen Gesundheitswesen. Sowohl der absolute Betrag der Ausgaben als auch ihr Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Leistung haben sich in den vergangenen Jahren spürbar erhöht. Mit dem erneuten deutlichen Zuwachs im Jahr 2025 setzt sich dieser Trend fort. Wie sich die steigenden Ausgaben langfristig auf Finanzierung, Beitragssätze und Leistungsumfang der sozialen Sicherungssysteme auswirken, bleibt vorerst offen und dürfte in der Finanz- und Gesundheitspolitik weiter an Bedeutung gewinnen.

Mehr als fünf Jahre nach der Fusion von AMS und Osram meldet der österreichisch-deutsche Halbleiter- und Lichtkonzern erste spürbare Erfolge aus der Integration. „Die Technologien von AMS und Osram fangen jetzt an, richtig zusammenzuwachsen“, sagte Vorstandschef Aldo Kamper vor Journalisten in München. Sichtbar werde das etwa bei hochauflösenden Fahrzeugscheinwerfern, die nachts für mehr Sicherheit sorgen sollen und sich nach Unternehmensangaben dynamisch entwickeln. Für diese Produktgruppe stellt Kamper für 2028 erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro in Aussicht.
Neben der automobilen Beleuchtung setzt AMS-Osram auf neue Anwendungen, um wieder in den Wachstumsmodus zu kommen. Zu den Zukunftsfeldern zählen Komponenten für Augmented-Reality-Brillen, die Informationen aus dem Internet direkt ins Sichtfeld der Nutzer projizieren. Auch hier sieht Kamper gegen Ende des Jahrzehnts ein Umsatzpotenzial im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die neuen Geschäftsfelder sollen das Wachstum tragen, während das bestehende Lichtgeschäft weiter die Basis bildet.
Kamper hatte AMS-Osram vor rund drei Jahren in einer kritischen Phase übernommen. Die österreichische AMS hatte sich mit der mehr als vier Milliarden Euro schweren Übernahme des Münchner Traditionskonzerns Osram Licht verhoben. Zusätzlichen Druck brachte die Entscheidung des langjährigen Großkunden Apple, nicht auf MicroLEDs von AMS zu setzen – obwohl AMS-Osram dafür bereits eine eigene Fabrik im malaysischen Kulim errichtet hatte. Die Anlage steht seither zum Verkauf. An der Schweizer Börse wird der gesamte Konzern aktuell mit rund 870 Millionen Schweizer Franken bewertet.
Um das Unternehmen zu stabilisieren, trennte sich Kamper von Randbereichen und baute Stellen ab. Zuletzt verkaufte AMS-Osram das Geschäft mit nicht-optischen Sensoren für 570 Millionen Euro an den Rivalen Infineon. Die Strategie des Managements zielt darauf ab, das Kerngeschäft mit LED- und klassischen Halogenscheinwerfern für Autos stabil zu halten, während neue Anwendungen für zusätzlichen Schub sorgen sollen. Nach Unternehmensangaben hat AMS-Osram bei LED-Licht im vergangenen Jahr den bisherigen Marktführer Nichia aus Japan überholt und beliefert im Automobilbereich inzwischen praktisch alle großen Hersteller weltweit. Dennoch notiert die Aktie in einem schwachen Marktumfeld zuletzt im Minus.